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Sterbebegleitung

Renate Ohlenburg hat sich die Sterbebegleitung zur Lebensaufgabe und zum Ziel gemacht. Sie will ihre persönliche Art der Sterbebegleitung zu anderen Menschen transportieren. Sie will erreichen:

...dass die Themen Leben, Alter und Tod in  den Alltag der Menschen gelangen, solange es dem Einzelnen gut geht und noch "nichts passiert" ist.

...dass in der Sterbebegleitung Menschen über die Grenze zum Tode begleitet werden.

...dass sich Türen öffnen, durch die Angehörige gehen können, um den Sterbenden zu begleiten.

... dass sie lernen, mit der Situation umzugehen.

...dass sie mit dem Gefühl des Loslassens umgehen können.

...Pflegekräften ihre Art des Umgangs mit dem Sterben und dem Tod näher zu bringen und sie damit zum eigentlichen Sinn ihres Berufes führen.

Renate Ohlenburg hat das berufliche Fundament mit der Ausbildung zur Altenpflegerin im Diakonissenhaus "Frieda's Friedensstift" in Oldenburg gelegt. In dem Diakonissenhaus starb niemand allein.

Es folgten Jahre der Berufsausübung in Stuttgart, Hilpoltstein und Nordenham. Dann die Ausbildung zur Heimleitung in Bielefeld. Von 1996 bis 2001 arbeitete sie als Heimleiterin im Altenwohnzentrum der AWO Aurich. Dort lebte sie zum ersten Mal meine eigene Philosophie der Sterbebegleitung.

Seit 2002 ist Renate Ohlenburg mit Ihrer Partnerin selbstständig. Sie betreiben das eigene "Seniorenzentrum Südbrookmerland" in Victorbur. 56 Bewohnerinnen und Bewohner leben in dem Haus. Außerdem sind 16 Tagespflegegäste und ein ambulanter Pflegedienst angegliedert.

Jeden Tag lebt sie ihre Philosophie nach ihrem Sinn und den Begriff von Menschlichkeit in ihrem Haus. Aus Erfahrung weiß sie, dass es wichtig ist, einen Sterbenden nicht alleine zu lassen. Man muss die Fragen des Sterbenden beantworten, mit ihm reden, die Hand halten oder auch einmal über das Gesicht streicheln. Nicht jedes Pflegepersonal kann diese Aufgabe leisten und Geld gibt es dafür auch nicht. Sterbebegleitung ist in dem Schlüssel, nach denen die Pflegeheime ihre Leistungen abrechnen, nicht vorgesehen.

Die Gesellschaft tabuisiert das Thema "Sterben" einfach. Den Tod schein niemand zu wollen, aber er wird jeden von uns ereichen, früher oder später. Das Thema wird bis zuletzt verdrängt.

In der Einrichtung von Frau Ohlenburg, gehört der offene Umgang mit dem Tod zur Philosophie des Ganzen.

"Die Bewohner kommen durch die Eingangstür und sie verlassen das Haus durch die Eingangstür." Es ist wichtig, dass die Särge durch das Haus getragen werden. Die Auseinandersetzung ist für das ganze Team wichtig. Alle sollen die Chance haben, sich zu verabschieden.

Alleine lässt sich diese Aufgabe nicht bewältigen, dazu braucht man das gesamte Team. Die Arbeit muss so aufgeteilt werden, dass noch genügend Zeit für die Betreuung Sterbender bleibt. Der Tod ist nicht berechenbar, jedes Sterben ist individuell - für jeden Menschen.

Es kann hilfreich sein, wenn ein Mensch einen festen Glauben hat. "An der Angst vor dem Tod an sich, ändert auch der Glaube nichts", sagt Renate Ohlenburg und macht eine kleine Pause.

"Doch nicht nur der Sterbende, auch die Angehörigen müssen begleitet werden. Wir öffnen den Angehörigen eine 'Tür'. Oft hat es vorher Generationskonflikte gegeben, die bis dahin nicht ausgeräumt wurden. Da kann die Sterbebegleitung hilfreich vermitteln. Wir können die Familie begleiten, wenn der Abschied kommt. Wenn der Abschied von der Familie bewusst gestaltet wird, helfen sie oftmals, dem Sterbenden einen letzten Wunsch zu erfüllen. Aber die Sterbebegleitung ist hier immer auf die Hilfe der Angehörigen angewiesen."

Renate Ohlenburg fügt noch hinzu: "Die Hebamme wäscht das Neugeborene zum ersten Mal. Wir nehmen die letzte Waschung vor und machen den Toten für die Aufbahrung zurecht. Für uns ist es etwas Wunderbares, ein Geschenk, einem anderen Menschen den letzten Dienst erweisen zu können."